Frank Vilsmeier

Pflegedienstleitung und Landesvorsitzender der BFLK Schleswig Holstein und Hamburg

Welche Perspektive der Pflege bringen Sie in den Programmbeirat ein?

36 Jahre Psychiatrische Pflege aus den verschiedensten Blickwinkeln. Seit 13 Jahren als Pflegedienstleitung einer psychiatrischen Komplexeinrichtung. Dort habe ich zuvor eine Innerbetriebliche Fortbildung aufgebaut und 5 Jahre geleitet. Bildung ist die beste Form der Personalentwicklung. In der Erkenntnis, dass die Grenzen innerbetrieblicher Kompensationsmaßnahmen problematischer äußerer Bedingungen in der Psychiatrischen Pflege und auch anderswo erreicht sind, habe ich beschlossen, mich intensiv berufspolitisch zu engagieren.

2008 habe ich als Landesvorsitzender der BFLK (Bundesfachvereinigung leitender Pflegepersonen in der Psychiatrie) den Pflegerat Schleswig-Holstein mitbegründet. In den 4 Jahren meiner Tätigkeit als Vorsitzender des Pflegerates (02.2012 – 05.2016) ist es gelungen, die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein auf den Weg zu bringen. Sie befindet sich derzeit in der Errichtungsphase, die ich als stellv. Vorsitzender des Errichtungsausschusses begleiten darf. Diese berufspolitischen Motive, Erkenntnisse und Erfahrungen bringe ich mit ein.

Was ist das Besondere an Ihrem Beruf, was ist Ihnen daran wichtig?

Die Pflege ist ein Beruf, die sich nicht auf irgendein Kerngeschäft berufen kann. Das zeigt bereits die Vielzahl an Bezugswissenschaften, die Pflegende einbeziehen müssen. Die berufliche Pflege verbleibt in allen noch so schwierigen Situationen bei den Pflegebedürftigen und Patienten. Das macht den Beruf Vielfältig und Abwechslungsreich. Die Pflege gibt es nicht, genauso wenig wie die Pflegenden. Die jeweiligen Kompetenzen in den beruflichen Feldern nach Innen und Außen deutlich zu machen und daran mitzuarbeiten, dem Beruf einen Stellenwert zu geben, der ihm gebührt, ist mir wichtig – denn der Pflegeberuf ist wichtig und wird es immer mehr sein. Bereits in 15 Jahren wird niemand mehr mit Pflegenden so umgehen können, wie es jetzt vielfach noch geschieht. Pflege braucht Zeit für die Menschen und gute Rahmenbedingungen. Es gibt gute Beispiel für einen guten Umgang mit dem Pflegeberuf und den beruflich Pflegenden. Das zu verbreiten und Allen zu Gute kommen zu lassen, den Pflegenden und auch den Pflegebedürftigen, ist mir wichtig an meinem Beruf und meiner berufspolitischen Arbeit.

Was bedeutet der Deutsche Pflegetag für Sie und Ihre Arbeit?

Der Deutsche Pflegetag spricht alle Pflegeberufe in allen Berufsfeldern an. Das verbindet, lässt alle über den eigenen Tellerrand schauen und gibt Einblicke in wichtige, weil gemeinsam bedeutsame, berufspolitische Themen. Der Deutsche Pflegetag konzentriert und kanalisiert die aktuellen Themen der Pflege, über die rein fachliche Wissensvermittlung hinaus. Er ist im hohen Maße berufspolitisch ausgerichtet. Das macht ihn zum Sprachrohr zur Gesundheitspolitik. Es ist die Zeit, in der die berufliche Pflege sich um sich selbst kümmern soll und darf. Er soll ein verbindender Hotspot, ein Fernglas und eine Lupe auf das Berufsfeld sein. Als stellvertretendes Mitglied der BFLK im Deutschen Pflegerat bin ich sehr stolz darauf, was meine Kolleginnen und Kollegen bisher erreicht haben und freue mich auf das, was wir mit dem Deutschen Pflegetag noch erreichen werden. Daran mitzuwirken macht auch mich ein wenig stolz.