Große Koalition – wie geht es weiter in der Pflege?

Submitted by mänz on Do, 03/15/2018 - 08:14

Ab heute treffen sich Akteure aus Politik, Wirtschaft, Pflege und Gesellschaft beim Deutschen Pflegetag 2018 in der STATION-Berlin zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

Berlin, 15. März 2018 – Das große Thema auf dem Deutschen Pflegetag 2018: Wie geht es unter der Großen Koalition weiter in der Pflege? Welche Akzente wird die neue Bundesregierung setzen und welche Forderungen und Erwartungen hat die Pflege an die Politik? Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerates e.V. (DPR): „Die neue Bundesregierung und der neue Gesundheitsminister Jens Spahn müssen der Pflegepolitik die höchste Priorität zuordnen. Diese Legislaturperiode wird darüber entscheiden, ob wir die Krise in der Pflege bewältigen und den pflegerischen Herausforderungen der Zukunft begegnen können. In der Pflege wurde in der letzten Legislaturperiode viel an wichtigen und richtigen Reformen umgesetzt – die Lage der beruflich Pflegenden wurde dabei allerdings stark vernachlässigt."

Masterplan Pflegeberufe gefordert

Mit Blick auf die professionell Pflegenden, so Wagner weiter, biete der neue Koalitionsvertrag durchaus Potenzial, wie beispielsweise der präventive Hausbesuch oder das Ziel, flächendeckend eine gerechte Vergütung in der Pflege zu schaffen. Für die Bewältigung der Zukunftsaufgabe Pflege brauche es in dieser Legislaturperiode aber noch wesentlich konkretere Schritte, „nämlich ein Gesamtkonzept, einen Masterplan, der das bisherige Drehen an einzelnen Stellschrauben ersetzt. Ein solcher Masterplan muss gemeinsam mit den relevanten Akteuren und unter Beteiligung aller für die Pflege relevanten Regierungsressorts entwickelt werden."

Aktuelle Zahlen aus dem Pflege-Thermometer

Aktuelle Zahlen aus dem Pflege-Thermometer, die auf dem Deutschen Pflegetag 2018 von Professor Michael Isfort, stellvertretender Leiter des Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP), präsentiert werden, unterstreichen den Handlungsbedarf in der Pflege: „Die Ergebnisse des Pflege-Thermometers 2018 zeigen auf, unter welchem enormen Druck die teil- und vollstationären Einrichtungen stehen. Die bisherigen Pflegereformen haben vor Ort bisher nicht zu einer substanziellen und nachhaltigen Verbesserung geführt. Die Politik ist daher aufgerufen, den Weg des ‚Klein-Klein‘ zu verlassen und durch mutige Reformen die Dauerkrise in der Pflege zu beenden und die sich verschärfende Fachkräfteproblematik zu lösen.“

71 Prozent der befragten Einrichtungen geben laut der bundesweiten, repräsentativen Studie an, dass bei ihnen Wartelisten auf vollstationäre Langzeitpflegeplätze bestehen. Lediglich 38 Prozent beurteilen das Angebot der vollstationären Pflege in ihrer Region als (voll)umfänglich gesichert. Der Fachkräftemangel wird dabei von den Einrichtungen als Nadelöhr der Entwicklung gesehen: 81 Prozent beurteilen die Bewerberlage insgesamt als unzureichend, 84 Prozent haben Schwierigkeiten, offene Stellen zeitnah zu besetzen, 83 Prozent beobachten eine Abnahme der Qualität der Bewerbungen. Die befragten Leitungskräfte beobachten gegenüber dem Vorjahr steigende Belastungen für die Mitarbeitenden, was sich in einer Erhöhung der Krankheitsdauer (43 Prozent), der Erhöhung der Krankheitstage (41 Prozent) und der Krankheitsschwere (31 Prozent) sowie der Steigerung der Anzahl der geleisteten Überstunden (28 Prozent) ausdrückt.

Martin Litsch, Vorsitzender des AOK-Bundesverbandes, betont: „Die letzten Pflegereformen haben zahlreiche Leistungsverbesserungen gebracht – davon hat die vollstationäre Pflege aber nicht im gleichen Maße profitiert wie die ambulante. Deshalb wäre es folgerichtig, wenn der Gesetzgeber jetzt bei den Pflegeheimen nachjustiert.“ Das im Koalitionsvertrag verabredete Maßnahmenpaket könne zwar die Personalausstattung mit Fach- und Betreuungskräften sowie die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verbessern. Zu einem ehrlichen Politikstil gehöre aber auch die Einschränkung, dass die akuten Personaldefizite in der Pflege nicht von heute auf morgen beseitigt werden können. „Und wenn wir noch speziell etwas für die Pflege im Krankenhaus tun wollen, dann müssen wir auch dringend moderne Krankenhausstrukturen schaffen, die sich am Bedarf der Patienten orientieren und Leistungen nach Qualitätsmerkmalen zentralisieren“, so Litsch weiter.

"Teamarbeit – Pflege interdisziplinär" – 5. Deutscher Pflegetag startet in Berlin

Ob Fachkräftemangel, Betreuungskosten oder angemessene Qualität in den Heimen und Krankenhäusern – das Thema Pflege beschäftigt unsere Gesellschaft zunehmend. Aufgrund des demografischen Wandels wird die Zahl der pflegebedürftigen Personen auch in Zukunft weiter steigen. Um diese Aufgabe zu bewältigen, ist eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten Voraussetzung. Der 5. Deutsche Pflegetag als zentrale Branchenveranstaltung rund um das Thema Pflege greift dieses Thema in seinem diesjährigen Motto auf: „Teamarbeit – Pflege interdisziplinär“. Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegetages erläutert: „Menschen, die Pflege benötigen, sind meist nicht nur auf Pflegefachpersonen angewiesen, sondern auch auf Unterstützung anderer Gesundheitsberufe. Insofern verlangt schon diese Ausgangslage Teamarbeit. An Strukturen, die Teamarbeit erleichtern oder erst möglich machen, muss noch in allen Sektoren gearbeitet werden“, so Franz Wagner.

Pflegetag ruft auf zum Austauschen und Vernetzen

Der Deutsche Pflegetag macht durch sein Programm diese und weitere Aspekte der Pflege zum Thema. Mehr als 8.000 Interessierte werden mit dabei sein, wenn es an drei spannenden Veranstaltungstagen darum geht, gemeinsam die Zukunft der Pflege zu gestalten. Die Besucherinnen und Besucher erwarten neben einer großen Fachausstellung, die über aktuelle Trends und Entwicklungen in der Pflege informiert, auch hochkarätige Fachvorträge. Darüber hinaus laden Workshops und Diskussionen zum Mitmachen und Beteiligen ein.

Das vollständige Programm gibt es unter www.deutscher-pflegetag.de.

Die digitale Pressemappe zum Pressegespräch am 15.03.2018 und zu den Ergebnissen des Pflege-Thermometers finden Sie unter deutscher-pflegetag.de/pressemitteilungen.

 

Pressekontakt

Pressebüro Deutscher Pflegetag

Katharina Ferber

c/o neues handeln GmbH

Luisenstr. 46, 10117 Berlin

Telefon: 030/288 83 78 - 16

Telefax: 030/288 83 78 - 28

E-Mail: deutscher-pflegetag@neueshandeln.de

 

Über den Deutschen Pflegetag

Der Deutsche Pflegetag ist eine Veranstaltung des Deutschen Pflegerats e.V. und der Schlüterschen Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG und gilt als die zentrale Veranstaltung für Pflege in Deutschland. Hier gestalten Experten und Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Pflege und Gesellschaft die Zukunft der Pflege. 2018 findet der 5. Deutsche Pflegetag unter dem Motto "Teamarbeit – Pflege interdisziplinär" vom 15.-17. März in der STATION Berlin statt.

Das vollständige Programm gibt es unter deutscher-pflegetag.de.

facebook: /deutscherpflegetag

Twitter: #pflegetag

 

Über den Deutschen Pflegerat

Der Deutsche Pflegerat e.V. ist seit 1998 Dachverband der bedeutendsten Berufsverbände des deutschen Pflege- und Hebammenwesens. Er vertritt die Interessen der insgesamt 1,2 Millionen Beschäftigten in der Pflege. Der Einsatz für eine nachhaltige, qualitätsorientierte Versorgung der Bevölkerung ist oberstes Anliegen des Deutschen Pflegerats.

 

Über die Schlütersche

Die Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG ist ausführender Veranstalter des Deutschen Pflegetags. Das Themenfeld Gesundheit und Pflege gehört zu den Kernkompetenzen der Schlüterschen: Das Portfolio umfasst in den Verlagsprogrammen Schlütersche Pflege und Brigitte Kunz Verlag eine Vielzahl von Pflegemedien für die Praxis mit dem Schwerpunkt auf Fachbüchern, dem Online -Portal pflegen-online.de und dem Magazin der Pflegekammer Rheinland Pfalz. Das Tochterunternehmen Carry-On Trade Publishing GmbH ist im Bereich digital Publishing aufgestellt. Das Angebot im Bereich Gesundheit und Pflege wurde mit der Produktlinie sgp (Sozial-, Gesundheits- und Pflegewirtschaft) erweitert.

 

Einsatz für die Jenny de la Torre Stiftung

Die Jenny De la Torre Stiftung setzt sich seit vielen Jahren ganz unbürokratisch für obdachlose Menschen in Berlin ein. Und der Deutsche Pflegetag macht mit: Senden Sie eine SMS mit dem Kennwort „PFLEGETAG“ an die Kurzwahl 81190. Sie erhalten sofort eine kostenlose Bestätigungs-SMS. So wissen Sie, dass Ihre Hilfe auch angekommen ist. Die 5 Euro je Charity-SMS gehen in voller Höhe an die Jenny De la Torre Stiftung. Über die nächste Handyrechnung beziehungsweise Ihr Prepaid-Guthaben werden Ihnen 5 Euro zuzüglich der Standard-SMS-Versandkosten Ihres Mobilfunkanbieters berechnet.

1_Pressemitteilung_Pflegetag2018.pdf
2_DIP_Pflege-Thermometer 2018.pdf
3_DIP_Presseinformation Pflege-Thermometer.pdf
4_DPR_Statement_FranzWagner_kurz.pdf
4_DPR_Statement_FranzWagner_lang.pdf
5_AOK_Statement_Litsch_2018.pdf