Sabine Kretschmar

Pflegepädagogin, Leiterin der Fort- und Weiterbildung im Pius-Hospital Oldenburg

Worin sehen Sie aktuell die größte Herausforderung für die Pflege?
Die Pflegeprofession als Leistungserbringer in ihrer Kompetenz qualitativ und quantitativ zu stärken, beinhaltet viele Aspekte: Selbstverwaltung, adäquate Einwirkung auf die direkte Gesundheitspolitik, Umsetzung des Pflegeberufereformgesetzes und der generalistischen Ausbildung, angemessene Personalausstattung und somit summa summarum die Steigerung der Attraktivität unseres Berufs zum Wohle der professionell Pflegenden UND der Patienten und Pflegebedürftigen!

Szenario 2030. Wenn sich nichts ändert, wie wird die Pflegelandschaft in naher Zukunft aussehen?  
Unterminiert durch den demografische Wandel, wird der schon vorhandene Fachkräftemangel noch exorbitant zunehmen, die Konsequenzen sind erschreckend absehbar: innere und äußere Kündigung der professionell Pflegenden, technokratisches Handling statt empathischer Beziehungsarbeit, übermäßige Belastung der pflegenden Angehörigen und komplikationsbedingte Zunahme der Morbidität und Mortalität von Patienten und Pflegebedürftigen. Der Lebensqualität von Leistungsempfängern mit gesundheitsbedingten Einschränkungen sowie der Pflegeprofession wird noch weniger Priorität zukommen, als es heute schon der Fall ist.

…der deutsche Pflegetag 2019 bedeutet für mich:
Sektorenübergreifende Präsentation und Stärkung der Profession Pflege, gesundheitspolitische Einwirkung, voneinander lernen - Miteinander wachsen!